Dieselboom bei Chevrolet

Sie kommen spät, aber sie kommen: Chevrolet weitet ihr Dieselangebot auf 50 Prozent seiner Modelle aus. Was bei VW schon seit 1982 mit dem Golf GTD Programm ist, holt jetzt Chevrolet ein.

Von Bettina Buck (bbs)

In den vergangenen 15 Jahren hat sich der Diesel-Anteil an den verkauften Neuwagen in Europa fast vervierfacht. Nagelte es 1990 noch unter nur 13,8 Prozent aller Neuwagen-Motorhauben, wurde 2006 die 50 Prozent-Marke übertroffen. Warum dieser Trend so ist liegt auf der Hand und jeder, der einen modernen Selbstzünder einmal gefahren hat, wird bestätigen, dass diese Technik sehr gut und äußerst wirtschaftlich funktioniert.


Es wird jetzt gedieselt
Grund genug, auch bei dem asiatisch/amerikanischen Hersteller Chevrolet (Dewoo gehört seit Februar 2005 dazu) die Dieselära einzuläuten. Nach dem Debüt des SUV-Modells Captiva und der Mittelklasse-Limousine Epica Ende 2006, folgt in diesem Monat die Aufrüstung im Lacetti und ab Mai im Nubira Kombi. Damit sind dann 50 Prozent aller Chevrolet-Modelle, die in Deutschland angeboten werden, mit einem Selbstzünder ausgerüstet.

Der neue 2,0-Liter-Motor mit einer Leistung von 110 kW/150 PS kommt von der Konzernmutter GM, die das Aggregat schon im Opel Antara verwendet. Chevrolet setzt aber noch eine Variante des Zweiliters mit 89 kW/121 PS drauf, die nur im Lacetti und Nubira zum Einsatz kommt.

Motor mit zwei Leistungen
Die Unterschiede, der beiden ansonsten baugleichen Motoren, liegen im Turbolader und in der Ladeluftkühlung, die nur der stärkere Diesel besitzt. Auch ist dieser mit einer elektronisch gesteuerten, variablen Schaufelgeometrie ausgestattet, auf die die schwächere Motorversion verzichten muss.

Beide erfüllen die Euro 4-Abgasnorm und sind serienmäßig mit einem wartungsfreien Dieselpartikelfilter ausgestattet, der keine Additive benötigt.

Erste Fahreindrücke
Wir sind mit dem 1355 kg leichten Lacetti (121 PS) und dem etwa 1900 kg schweren Captiva (150 PS) unterwegs gewesen. Der schwächere Motor im Lacetti ist durch das niedrigere Gewicht sehr flott unterwegs und völlig ausreichend motorisiert. Das Drehmoment von 280 Newtonmeter (Nm) reicht für einen Sprint in 9,8 Sekunden von null auf 100 km/h aus (Spitze 186 km/h, Verbrauch 5,7 Liter/100 km, CO2 146 g/km).

Im Captiva ist der leistungsstärkere Dieselmotor gut aufgehoben, schafft aber trotzdem nicht die Fahrleistungen des Lacetti. Mit ihm geht es in 11,5 Sekunden auf Tempo 100 km/h und er schafft eine Spitze von 178 km/h (320 Nm, Verbrauch 7,6 l/100 km, CO2 197 g/km). Beide Motorvarianten lassen sich schaltfaul fahren und sind nur nach dem Kaltstart etwas lauter.

Preislich gesehen ist der Diesel-Captiva (ab 29.390 Euro mit Allradantrieb) etwa 1600 Euro teurer als sein Benziner-Kollege. Ein Betrag, der sich aber schnell durch den geringeren Spritverbrauch wieder rausholen lässt.

Lacetti: 1991 cm3, 89 kW/121 PS bei 3800 U/min., 280 Nm bei 2000 U/min., 0-100 km in 9,8 s, Spitze 186 km/h, Verbrauch 5,7 l/100 km, CO2 146 g/km.

Preis: ab 18.640 Euro.
Nubira: 1991 cm3, 89 kW/121 PS bei 3800 U/min., 280 Nm, 0-100 km in 9,8 s, Spitze 186 km/h, 6,0 l/100 km, CO2 155 g/km.

Preis: ab 19.440 Euro.
Epica: 1991 cm3, 110 kW/150 PS bei 4000 U/min., 320 Nm bei 2000 U/min., 0-100 km in 9,7 s, Spitze 200 km/h, Verbrauch 6,1 l/100 km, CO2 169 g/km.

Preis: ab 24.190 Euro.
Captiva: 1991 cm3, 110 kW/150 PS bei 4000 U/min., 320 Nm, 0-100 km in 11,5 s, Spitze 178 km/h, 7,6 l/100 km, CO2 197 g/km.

Preis: ab 29.390 Euro.

Die neue Dieselflotte: Sie soll die Chevrolet-Zulassungen bei uns von 23132 in 2006 auf über 30000 Fahrzeuge in 2007 anheben.

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zuletzt aktualisiert am 18.12.2017 

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