Toyota Die drei Muskeltiere

Wer auf Geländewagen steht, sollte auch bei Toyota vorbeischauen. Gleich drei Spaßmacher mit unterschiedlichen Genen haben die Japaner im Programm.
Wir sagen, wer was kann.
Von Bettina Buck (bbs)
Mit einem dicken Brocken fangen wir an, dem Toyota Land Cruiser V8. Dick steht hier gleichbedeutend für drei Dinge: V8-Motor, 1,97 Meter Breite und ein dickes Portemonnaie des Eigners. Ab 69.900 Euro kostet der größte Land Cruiser, den es je gab. Seine Maße von 4,95 m Länge, 1,97 m Breite und 1,87 Meter Höhe sind Werte, die so manche Garage sprengen. Und seinen Namensvetter, jedoch ohne V8, übertrifft er gleich um 23 bis 58 Zentimeter in der Länge (je nach Ausführung) und um 18 Zentimeter in der Breite.

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V8: Der Luxus-Wühler
Also, wer das Maximum im Geländewagensektor braucht, fährt auf die Werte des großen Land Cruisers sicherlich voll ab. Dazu zählt die schiere Kraft eines 286 PS starken Selbstzünders, der mit seinen 4,5 Litern Hubraum und acht Zylindern eine komplette Neuentwicklung ist. Sein potentes Drehmoment von 650 Newtonmetern verteilt sich permanent auf alle vier Räder. Nach 8,2 Sekunden sind aus dem Stand Tempo 100 km/h erreicht und der über 2,5 Tonnen schwere Luxusdampfer macht selbst vor der 200-er Markierung nicht halt (210 km/h).
Der Aufbau mit Leiterrahmen und starrer Hinterachse ist gleichfalls auch für jede Schandtat im Gelände geeignet. Hilfreich ist die sechsstufige Getriebeautomatik, die im unwegsamen Gelände oder auf der Landstraße komfortabel und mit sanften Übergängen für Vortrieb sorgt.
Toyota hat auch einen Benziner in petto, der mit 288 PS ebenfalls genügend Muskeln auf den Rippen trägt. Sein Preis beginnt bei 79.900 Euro, allerdings schon in der Top-Ausstattung „Executive“, mit eingebautem aktiven Dämpfersystem, das Bodenwellen und Straßenlöcher gekonnt wegbügelt. Ab Werk sind auch Niveauregulierung, Lederausstattung, Navigationssystem mit Rückfahrkamera und elektrische Sitzverstellung enthalten. Im Innenraum haben zwischen fünf und sieben Personen reichlich Platz.
Land Cruiser: Der Klassiker
Den klassischen Landcruiser gibt es schon seit 1951. Er gehört zu den Urgesteinen und ist das angesagteste Fortbewegungsmittel auf schlechten Wegen, in der Wüste oder im Dschungel. Das aktuelle Modelljahr 2008 hat mit dem damaligen Haudegen immer noch Gemeinsamkeiten: Robust wie ein Nilpferd, geländegängig wie eine Gazelle und stark wie ein Elefant.
Geändert haben sich jedoch so viele Dinge, so dass man sie nur im Paket aufzählen kann: Sicherheit mit ESP, ABS und Airbags, Interieur mit vielen elektrischen Helferlein und jeder Menge Langstreckenkomfort, Differenzialsperren und Reduktionsgetriebe für noch bessere Geländetauglichkeit. Der Leiterrahmen sorgt für Steifigkeit in der Karosserie und die starre Hinterachse ist so gut wie nicht zu spüren. Toyota hat beim Land Cruiser konsequent die Grenzen des Machbaren erweitert.
Der Allrader wird als kurzer Drei- und langer Fünftürer angeboten (4,40 m und 4,85 m Länge). Übersichtlich ist das Motorenangebot mit einem Diesel- oder einem Benzintriebwerk. Der 3,0-Liter-Selbstzünder leistet 173 PS und entwickelt ein Drehmoment von 410 Newtonmeter. Sein Spritkonsum hält sich mit 8,9 bis 9,2 Litern auf 100 Kilometern (je nach Karosserieaufbau) in Grenzen. Anhängelasten bis zu 2800 kg schultert er souverän.
Seltener wird der V6-Benziner anzutreffen sein, der 12,4 Liter Superbenzin im Schnitt verköstigt. Dafür stehen muntere 249 PS im Vierliter-Aggregat zur Verfügung. Ein Fünfstufen-Automatikgetriebe ist serienmäßig im Einsatz. Die Preise sind durchaus annehmbar und betragen für den Diesel 34.700 Euro und für den Benziner in der Top-Ausstattung 57.450 Euro.
RAV4: Der Aktive
Beim RAV4 hat Toyota alles richtig gemacht. Wer den kompakten Allrader erst einmal ins Herz geschlossen hat, mag nicht mehr aussteigen. Er sieht gut aus, fühlt sich beim Fahren prima an und hat die richtige Größe. Sein Preis beginnt ab 26.600 Euro und endet bei 36.400 Euro in der Top-Version „Executive“. Der hohe Spaßfaktor wird eindeutig mit den beiden Dieselmotoren erreicht, die entweder 136 oder flotte 177 PS leisten. Der Stärkere ist nicht nur mit dem obligatorischen Rußpartikelfilter ausgestattet, sondern besitzt zusätzlich ein System, dass die Stickoxid-Emissionen (NOx) deutlich reduziert.
Beide Diesel sind übrigens schneller auf Tempo 100 km/h als der im Programm befindliche 2,0-Liter-Benziner mit 152 PS. Und – die Selbstzünder verbrauchen mit 6,5 und 6,9 Litern Diesel auf 100 km im Schnitt deutlich weniger als der Benziner, der sich 8,6 Liter Superbenzin auf der gleichen Strecke genehmigt.
Der Toyota RAV4 ist zwar kein richtiger Geländewagen, hat aber einen serienmäßigen Allradantrieb und fährt sich wie eine Limousine mit Kombiausstattung. Für die meisten Alltags-Aufgaben ist der japanische Fünftürer gut gerüstet und wer mehr Platz oder Prestige benötigt, steigt in den Land Cruiser ein – ob mit oder ohne V8.
Leicht getrimmt: Zum Modelljahr 2008 kommt der Toyota Land Cruiser mit einer erweiterten Ausstattung und dezenten Modifikationen. Ihn gibt es als Drei- und Fünftürer und mit zwei Motoren.
Kompakter SUV: 1994 präsentierte Toyota die erste Generation des RAV4. Die dritte Fahrzeuggeneration zeigt vortrefflich, wie Kombi und Geländewagen zusammenpassen.

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zuletzt aktualisiert am 17.08.2022 

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