Fahrbericht Peugeot 307 CC Sport 180

Zwei in Einem

Wenn die Kinder schon erwachsen sind und man nur noch gelegentlich eine dritte oder vierte Person im eigenen Auto mitnehmen möchte, dann ist ein viersitziges Cabriolet eine gute Idee. Wir fuhren den Peugeot 307 CC. In ihm stecken zwei Autos: Cabrio und Coupé.

Von Ingo Buck (bbs)
Seit 2003 gibt es im Hause Peugeot außer dem schicken kleinen 206 CC auch den etwas größeren 307 CC. Das Kürzel hinter der Zahl steht für Cabrio und Coupé. Innerhalb von 25 Sekunden erfolgt der Wechsel zwischen den Fahrzeugkonzepten.

Per Knopfdruck offen

Elegant legt sich das zweiteilige Stahldach per Knopfdruck mittels einer elektrohydraulischen Anlage in den Kofferraum. Ein Handanlegen ist unnötig, denn der Kofferraumdeckel öffnet und schließt dabei automatisch entgegen seiner normalen Öffnungsrichtung und auch die Seitenscheiben verschließen sich wieder von allein. Schade, dass diese „Dach-Falt-Zeremonie“ nicht auch ferngesteuert mit der Fernbedienung der Zentralverriegelung funktioniert, dass würde vor dem Straßencafé in Timmendorfer Strand bestimmt ein Hingucker sein.

Vier Motoren zur Auswahl

Peugeot hat für den 307 CC drei Benzinmotoren und einen Diesel im Angebot, was bei Cabriolets ja recht selten ist. Seit es jedoch die moderne Direkt-Einspritztechnik und den beliebten Rußfilter gibt, ist dunkler Qualm aus dem Auspuff eines Selbstzünders so gut wie verschwunden.
Wir waren mit der sportlichsten Benzinversion, dem 130 kW/177 PS starken Zweiliter (ab 29 300 Euro) auf Landstraßen rund um Lübeck unterwegs und danken dem Wetter, dass es Cabrios gibt. Oder sind da andere dran Schuld? Es soll ja öffentlichkeitsscheue Muffel geben, die eine Klimaanlage bevorzugen. Das kann uns nicht passieren, denn nichts kann das Fahrvergnügen unter freiem Himmel ersetzen. Wer es nicht glaubt, soll einen Motorradfahrer fragen. Also Knopf in der Mittelkonsole drücken und die Show beginnt. Mitfahrende auf der Rücksitzbank müssen aber mit Einschränkungen reisen, da die Knie nicht viel Platz hinter den Vordersitzen haben.

Fahrspaß ist eingebaut

Der unter der flach abfallenden Haube montierte Zweilitermotor ist ein spaßiger Geselle. Zunächst wähnt man sich in einem gemütlichen Gleiter, der zum Flanieren animiert. Aber plötzlich, so ab 4000 Motor-Umdrehungen, geht die Luzie richtig ab und man kommt mit dem Schalten fast nicht hinterher. Sauber haben die Techniker die Stufen des Fünfgang-Schaltgetriebes abgestimmt. Warum allerdings kein sechster Gang Platz fand, bleibt ein Rätsel, denn der würde sicherlich eine noch ruhigere Geräuschkulisse bewirken.

Nun gut, denn man soll ja nicht rasen mit so einer faszinierenden Symbiose aus viersitzigem Cabrio und Coupé. Obwohl, so manche übersichtlich geschwungene Landstraße zwischen Lübeck und Plön lässt im Rahmen des Erlaubten schon eine flotte Gangart zu, ohne sich und andere zu gefährden. Diese Übung beherrscht der 307 CC beispielhaft. Die Lenkung ist nicht zu leichtgängig und schön direkt. Kommt man auf den rechten Fahrbahnrand, gibt das perfekt abgestimmte Fahrwerk sofort eine sanfte, aber spürbare Rückmeldung.

Überhaupt ist der Peugeot 307 CC ein ordentlich verarbeitetes Auto. Für die Sicherheit sorgen neben sechs Airbags, ein bei kritischen Situationen automatisch herausschnellender Sicherheitsbügel und eine verwindungssteife Karosserie, was immerhin gute vier Sterne im Euro- NCAP-Crashtest beweisen.

Technische Daten und Preise:

Motor: Vierzylinder-Reihen- Benzinmotor, 1997 ccm, 16 Ventile, 130 kW/177 PS bei 7000 U/min, 202 Nm bei 4750 U/min, Euro 4.
Antrieb: Frontantrieb, Fünfgang-Schaltgetriebe, ESP, ABS, Traktionskontrolle.
Verbrauch: Stadt/Land/Mix = 12,4/6,8/8,8 Liter Superbenzin pro 100 km, Testverbrauch 9,9 Liter/100 km.

Maße & Gewichte: Länge/Breite/Höhe = 4,36/1,76/ 1,42 m, Leergew. 1588 kg, Gepäckvol. 204-350 l, Tank 50 l, Wendekreis 10,7 m.

Preise: Filou 80 kW/109 PS 23 500 Euro, Tendance 103 kW/140 PS 25 500 Euro, HDi 100 kW/136 PS
27 400 Euro, Sport 130 kW/177 PS 29 300 Euro, HDi 100 kW/136 PS 29 900 Euro.

Unser Testwagen ist ein Peugeot 307 CC in der Sport-Version mit 130 kW/177 PS und Volllederausstattung (Aufpreis 3800 Euro). Dabei ist die Armaturentafel komplett mit Leder überzogen.

Im Vergleich zur Limousine besitzt der 307 CC eine deutlich flacher geneigte Frontscheibe mit verstärkten A-Säulen. Dadurch ist bis zu einer Geschwindigkeit von 150 km/h das offene Fahren fast zugfrei möglich. Der Kofferraum fasst 204 oder 350 Liter (geschlossen).

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zuletzt aktualisiert am 04.04.2020 

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