Fahrbericht: Peugeot 1007 Sport 90

Kompakter Micro-Van

Mit dem 1007 zeigt Peugeot, dass es noch ausgefallene Autos gibt. Schiebetür links und rechts – so ist man sich der Blicke sicher. Wir waren mit dem französischen Löwenbaby in Lübeck unterwegs.

Von Ingo Buck
Wer den Peugeot 1007 anschaut, glaubt, dass die Türen falsch eingebaut sind. „Türgriffe vorne können nicht stimmen“, meint eine Betrachterin. Wir öffnen per Fernbedienung die seitlichen Schiebetüren und ein sattes Lächeln überkommt unsere Zuschauerin. „Das hat was, und auch sonst sieht der Kleine nicht schlecht aus,“ verrät uns die Dame. Bei der Antwort auf den Preis zuckt sie zusammen, denn das Grundmodell ist mit 13950 Euro sogar teurer als sein größerer Löwenbruder, der 207 (ab 11 650 Euro). Unser Testkandidat steht mit glatten 16 000 Euro in der Liste.
Nicht billig, aber dafür hat er einiges zu bieten, wie serienmäßiges ESP, sieben Airbags, fünf Sterne im Euro- NCAP-Crashtest oder eben die zwei elektrischen Schiebetüren. Innerhalb von fünf Sekunden ist der 1007 geöffnet oder wieder verschlossen. Ein Einklemmschutz verhindert, dass man von der Schiebetür festgehalten wird.
Seit dem 16. Juli 2005 ist der Micro-Van in Deutschland erhältlich. Unser Testwagen hat einen modernen und kultiviert laufenden 1,4-Liter-Benzinmotor mit 65 kW/88 PS unter der kurzen Haube. Der Fronttriebler braucht 13,6 Sekunden von null auf Tempo 100 km/h und rennt 173 km/h schnell.
Kein Leichtgewicht
Von aussen betrachtet sieht man es dem Kleinen nicht an, dass er, je nach Ausstattung, zwischen 1238 und 1311 kg wiegt. Nicht wenig Gewicht, sodass der 88 PS-Motor damit seine Leistungsgrenze schnell erreicht. In der Stadt macht er Spaß, ist wendig und ausreichend motorisiert, aber auf der Landstraße wünscht man sich für den Überholvorgang mehr Power.
Im Innenraum hat der 1007 seine Stärken. Die vier einzelnen Sitze sind gemütlich und die Bezüge und weitere Verkleidungsteile können mit dem Caméléo-Kit (251 Euro) farblich ausgewechselt werden. Dank leicht zu verschiebender Vordersitze steigen die hinteren Passagiere ohne Probleme ein oder aus. Die großen Türen sind dabei hilfreich.
 
Variable Fondsitze

Der Gepäckraum ist naturgemäß bei dieser Fahrzeuggattung klein (178 Liter), lässt sich aber dank verschiebbarer Rücksitze schnell auf 364 Liter vergrößern. Drei Lehnen des Gestühls sind komplett umklappbar und erweitern den Laderaum sogar auf maximal 1048 Liter.
Alles in allem ist der kompakte Peugeot 1007 ein prima Auto mit dem man auffallen kann. Der hohe Preis trübt den guten Gesamteindruck. Bbs

Technische Daten:

Motor: Vierzylinder Reihen- Benzinmotor, 1360 ccm, 65 kW/88 PS, 16 V, max. Drehmoment 133 Nm bei 3250 U/min., Euro4, CO2-Ausstoß 155 g/km.
Antrieb: Frontantrieb, Fünfgang-Schaltgetriebe, ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung, ESP, ASR.
Maße & Gewichte: Länge/Breite/Höhe = 3,73 m/1,66 m/1,62 m; Leergewicht 1238-1311 kg, Zuladung 437 kg, Gepäckvolumen 178-1048 Liter, Tank 40 l.
Fahrwerte: 0-100 km/h in 13,6 Sekunden; Vmax. 173 km/h.
Verbrauch: Stadt/Land/Gesamt = 8,4/5,3/6,4 Liter Super auf 100 km, Testverbrauch 7,4 l/100 km.
Preise: Filou 75: 13 950 Euro, Filou 90: 14 300 Euro,
Filou 110: 14 600 Euro,
Premium 90: 15 400 Euro,
Sport 90: 16 000 Euro,
Sport 110: 16 300 Euro

Der Peugeot 1007 ist mit einer Länge von 3,73 Metern immerhin um 1,23 Meter länger als ein Smart Fortwo.
Der von uns getesteten Sport-Version mit 65 kW/88 PS fehlt es an Dynamik. Tipp: Für 300 Euro Aufpreis gibt es den Sport mit 110 PS.

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zuletzt aktualisiert am 04.04.2020 

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