Fahrbericht: Nissan Pathfinder 2,5 dCi Premium

Variables Dickschiff

Wer sich ein neues Auto kaufen will, muss wissen wofür er es braucht. Pkw – Kombi – Van für die Familie oder kräftiges Zugpferd für den Job. Einer der alles kann, ist der Nissan Pathfinder.

Als ich das erste Mal vor diesem Dickschiff stand, war mir klar, dass der nichts für die Stadt sein kann. Optisch gefallen täte er mir schon, aber der ist ja fast so groß wie die Straßenversion des Militärfahrzeugs vom Typ Hummer.

„Schon das hohe Einsteigen ist nicht leicht zu bewerkstelligen und die Tür muss auch aus großem Winkel herangezogen werden,“ prustete ich noch. Na, ob wir Freunde werden, dachte ich dabei. Der riesige Innenraum gefällt schon besser. Hier herrscht kein Gedränge auf den drei Sitzreihen, die von sieben Personen plus 190 Liter Gepäck besetzt werden können. Lässt man die Rücksitzlehnen nach vorne klappen, was sehr leicht geht, steht der Entfaltung nichts im Wege und man könnte im Pathfinder locker übernachten: 2091 Liter Volumen und eine maximale Länge von 2,52 Metern stehen auf der Beifahrerseite bei umgeklappter Lehne zur Verfügung.
Allmählich gefällt mir der große Dampfer. Unter der langen Haube werkelt ein 2,5-Liter Diesel mit 128 kW/174 PS. Bevor ich ihn mit dem schlüssellosen Transponder-System zum Leben erwecken kann, muss – ganz amerikanisch – Kupplung und Bremse gedrückt werden.
Nun geht es aber los. Der leider nur in Euro 3 eingestufte Diesel spricht spontan aufs Gaspedal an und hält sich von der Geräuschentwicklung zurück. Fleißig schalten ist angesagt, wenn man die angegebene Beschleunigung (12,3 Sekunden von null auf 100 km/h) überprüfen will. Fast genauso schnell geht es beim Überspringen der ungeraden Gänge, denn das Drehmoment von 403 Nm ab 2000 U/min reicht dicke aus, um mit dem zweiten Gang anzufahren und dann über Gang vier in die sechste Fahrstufe zu wechseln.
Die leichtgängige Lenkung mit dem gut in der Hand liegenden Sportlenkrad zeigt was her und die Funktionen der Multifunktionstasten darauf sind schnell erlernbar. Nach Autobahn und Landstraße sind wir in der Stadt angekommen. Erstaunlich gut komme ich mit dem Pathfinder hier zurecht und beim Einparken hilft die optionale Rückfahrkamera, zentimetergenau zu rangieren.
Eigentlich ist der Nissan Pathfinder doch ein guter Freund, der prima ausgestattet ist, Allrad fürs Gelände bietet und bei Bedarf bis zu drei Tonnen an den Haken nehmen kann.     bbs

Technische Daten und Preise:

Motor: vorne längs eingebauter Vierzylinder-Viertakt-Turbodiesel mit Common-Rail-Direkteinspritzung, Turbolader mit variabler Turbinengeometrie, 16 V, 2488 ccm, 128 kW/174 PS, max. Drehmoment 403 Nm bei 2000 U/min;
Antrieb: Allradantrieb mit variabler Kraftverteilung, Sechsgang-Getriebe oder Fünfgang-Automatik;
Maße & Gewichte: Länge/Höhe/Breite = 4,74/1,85/1,87 Meter, Wendekreis 11,9 Meter, Leergewicht 2205-2355 kg, Zuladung 525-675 kg, Anhängelast 3000 kg, Kofferrauminhalt 190-2091 Liter;
Fahrwerte: 0-100 km/h in 12,3 Sekunden (Autom. in 12,5 Sek.), Vmax. 175 km/h (174 km/h);
Verbrauch: Stadt/Land/Gesamt = 11,5/7,6/9,0 (Autom. 13,2/8,3/10,1) Liter Diesel/100 km, Testverbrauch 10,9 l Diesel/100 km/h, Euro 3, CO2 238 g/km (267 g/km).
Preise: 2,5 dCi Comfort 34 400 Euro, Elegance 37 900 Euro, Premium 41 900 Euro, 4,0 l V6 49 900 Euro, Automatik 1900 Euro, Premium Executive-Paket mit DVD-Navigation/Rückfahrkamera 2900 Euro.

Bildunterschrift:

Den Nissan Pathfinder gibt es auch mit 4,0-Liter großem Benzin-Triebwerk (198 kW/269 PS) ab 49 900 Euro.

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zuletzt aktualisiert am 22.01.2022 

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