Auris: Ein neuer Toyota

Der Toyota Auris kommt am 3. März zu den Händlern und ersetzt in Deutschland das Corolla-Schrägheck-Modell. Wir wollten wissen, ob der preislich interessante Neuling auch die starken Toyota-Tugenden besitzt.

Von Ingo Buck (bbs)

Er sieht einem Corolla ähnlich, ist aber keiner. Trotzdem ersetzt er zumindest in Deutschland die kompakte Schrägheck-Variante. Alles ist neu beim Neuen: Gegenüber dem bisherigen Platzhalter im Toyota-Programm ist der Auris in den Abmaßen bis zu fünf Zentimeter gewachsen. Besonders auffällig ist die sportlich gestylte Front des Japaners, der übrigens in Europa entworfen und in Großbritannien sowie der Türkei hergestellt wird. Ob der neue Name her musste, um ein jüngeres Publikum anzusprechen, ist nur Spekulation. Auris kommt von der lateinischen Bezeichnung „Aurum“ für „Gold“. Auf jeden Fall hat der kompakte Mittelklasse-Wagen einen moderneren Auftritt erhalten, dessen dynamische Linie sich im Innenraum gekonnt fortsetzt. Das passt für junge Leute und junggebliebene ältere Menschen.
Chic gemacht
Die weit öffnende Fahrertür ermöglicht einen leichten Einstieg in den drei- oder fünftürigen Auris. Viel Platz umgibt die maximal fünf Passagiere. Das sportlich gehaltene Cockpit mit seinen zwei großen Rundinstrumenten und hintergrundbeleuchteten LCD-Displays ist auch bei Lichteinstrahlung gut ablesbar. Der Hingucker schlechthin ist die Mittelkonsole, die von unten zwischen den beiden Vordersitzen schräg ansteigend nach vorne bis zum Beginn der Frontscheibe verläuft. Zentraler Mittelpunkt ist ein kurzer Schaltknauf, mit dem man hervorragend direkt und griffgünstig die fünf oder sechs Gänge (Diesel) schalten kann.

Kein Mitteltunnel
Um die Beinfreiheit im Fond zu verbessern, haben die Konstrukteure den sonst zur Stabilität beitragenden Mitteltunnel weggelassen und dafür an anderen Stellen Verstärkungen eingearbeitet. Dieser Trick ist gut, aber eine verschiebbare Rückbank obendrauf wäre das i-Tüpfelchen gewesen. Pluspunkte beim Kofferraum: 354 Liter Gepäck passen in die hoch öffnende Heckklappe hinein und bei komplett umgelegter Rückbank steigert sich das Raumangebot bis unter die Dachkante auf 1335 Liter. Gelacht haben wir über das Reserverad: Es ist nur ein Notrad und quietsche-beige-gelb lackiert.

Motoren
Es werden zwei Ottomotoren mit 97 PS und 124 PS sowie zwei Dieselmotoren (126 und 177 PS) im Auris angeboten. Die Preisspanne liegt je nach Ausstattung zwischen 15.200 Euro und 24.950 Euro.

Der stärkere Benziner fährt sich agil und drehmomentstark. Die Abstufungen des Fünfganggetriebes passen sehr gut. Auch schaltfaules Fahren ist möglich. Bei den Selbstzündern konnten wir den kleineren Diesel mit 93 kW/126 PS ausprobieren. Der mit Partikelfilter ausgerüstete 2,0-Liter-Vierzylinder läuft angenehm leise und vibrationsarm. Sein maximales Drehmoment von 300 Newtonmetern liegt bei 1800 U/min an. Da ein Diesel naturgemäß nicht hoch dreht, hat Toyota ihm ein Sechsgang-Schaltgetriebe spendiert, dass sich flott und direkt schalten lässt. Damit sprintet der rund 1500 kg schwere Diesel-Auris innerhalb von 10,3 Sekunden von null auf Tempo 100 km/h. Beim Spritverbrauch werden günstige 5,7 Liter Diesel im Durchschnitt veranschlagt.
Wer es sportlicher mag und gleichzeitig auf eine bessere Abgastechnologie Wert legt, greift zum Top-Modell, dem 177 PS starken 2,2 Liter-Vierzylinder mit Rußpartikelfilter und zusätzlicher Stickoxid-Minderung. Er wird unabhängig von den anderen Ausstattungen mit besonderen Merkmalen angeboten.
Fazit
Der Auris ist nicht der Nachfolger des Corolla, kann aber mit seinen Tugenden glänzen. Preislich ist dieses Modell eine Kampfansage an VW Golf & Co, die mit vergleichbarer Ausstattung erst bei über 17.000 Euro anfangen. Der Auris verwöhnt beim Fahrkomfort und ist leise bei den Geräuschen. Von der Verarbeitung her gibt es nichts zu meckern, ebenso wenig an den Sicherheits-Features und der Ausstattung.

Motor 1,4-Liter-Benziner: 1398 cm3, 71 kW/97 PS bei 6000 U/min, 130 Nm bei 4600 U/min, 0-100 km/h in 13,0 Sek., Vmax. 170 km/h, Verbrauch 6,9 Liter/100 km Superbenzin.

Preise: 15.200-18.300 Euro.
Motor 1,6-Liter-Benziner: 1598 cm3, 91 kW/124 PS bei 6000 U/min, 157 Nm bei 5200 U/min, 0-100 km/h in 10,4 Sek., Vmax. 190 km/h, Verbrauch 7,1 Liter/100 km Superbenzin.

Preise: 17.750-21.800 Euro.
Motor 2,0-Liter-Diesel: 1998 cm3, 93 kW/126 PS bei 3600 U/min, 300 Nm bei 1800 U/min, 0-100 km/h in 10,3 Sek., Vmax. 195 km/h, Verbrauch 5,7 Liter/100 km Diesel.

Preise: 19.050-23.950 Euro.
Motor 2,2-Liter-Diesel: 2231 cm3, 130 kW/177 PS bei 3600 U/min, 400 Nm bei 2000-2600 U/min, 0-100 km/h in 8,1 Sek., Vmax. 210 km/h, Verbrauch 6,2 Liter/100 km Diesel.

Preise: 24.250-24.950 Euro.

Die Gestaltung der Mittelkonsole ist einzigartig. Unterhalb des kurzen Schaltknüppels befindet sich ein nützliches Aufbewahrungsfach.

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zuletzt aktualisiert am 17.08.2022 

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