Alfa Brera – die Kunst zu reisen

Sahnestück aus Italien

Wenn Form und Farbe sich zu einer Sinfonie auf vier Rädern vereinigen, steckt meistens eine italienische Kreativ-Abteilung dahinter. Mit hinreißendem Design, moderner Technik und hohem Sicherheitsniveau strahlt uns der Alfa Brera jetzt bei den Händlern entgegen.

Von Jens Nielsen

Brera, die Mailänder Akademie der Künste, ist zugleich Namensgeber für die jüngste Versuchung aus dem Hause Alfa Romeo in Coupé-Form. Wie Romeo und Giulia ist dieser veritable GTV-Nachfolger formal und technisch ein betörendes Objekt, dem sich wohl kaum ein Automobil-Liebhaber entziehen kann.

Fünf Sterne-Schutz

Ganz real gesehen fährt nicht nur das Herz, sondern auch der Verstand mit. Der unverwechselbaren Mailänder Kultmarke – technisch stets Avantgarde – ist in punkto Qualität und Sicherheit der entscheidende Schritt auf Premium-Niveau geglückt. Denn fünf Sterne für den Insassenschutz (NCAP), wie beim Plattform-Träger Alfa 159, sieben Airbags und eine ausgeklügelte torsionssteife Karosserie-Struktur signalisieren, hier sitzen Sie sicher richtig.

Mit einem Einstiegspreis von 32.200 Euro für den Vierzylinder 2,2 JTS 16V (136 kW/185 PS, Vmax 222 km/h, Mixverbrauch 9,4 l/100 km) ist der frontgetriebene 2+2-Sitzer eine wohlfeile Offerte. Die gängigen Sicherheits-Features wie ABS mit Bremsassistent, Stabilitäts-Programm VDC, ASR (Anti-Schlupf-Regelung), MSR (Motor-Schleppmoment-Regelung) und Hill Holder (Berganfahrhilfe), sind allesamt serienmäßig an Bord.

Einfache Auswahl

Apropos Boarding: Nur zwei Ausstattungen werden angeboten. Die rund 1600 Euro teure "Sky View"-Variante mit riesigem Panorama-Glasdach soll dabei wohl den Himmel auf Erden versprechen.

Zum derzeitigen Verkaufsstart soll vor allen Dingen der allradgetriebene Sechszylinder (3,2 JTS, V6 24V Q4, 191 kW/260 PS, ab 39.800 Euro) die Dynamik und den sportlichen Anspruch der Marke repräsentieren. Das 1705 Kilogramm wiegende Coupé (0-100 km/h in 6,8 Sek.) vermag sich bis zur Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h eindrucksvoll in Szene zu setzen. Wenngleich pure Alfisti dem hauseigenen Sechszylinder nachtrauern, stimmen Tonlage, Agilität und Kombiverbrauch (11,5 l Super/100 km) versöhnlich. Das quer eingebaute Viernockenwellen-Triebwerk aus der Beziehungskiste mit General Motors (Opel / Holden) überzeugt mit einem fülligen Drehmoment von 322 Nm bei 4500 U/min und taugt somit zum Boulevard-Bummeln wie auch zu Fernreisen.

Diesel kommt später

Alfa Romeo, Erfinder des Common-Rail- Systems, wird den Fünfzylinder-Turbodiesel (147 kW/200 PS, Vmax 228 km/h) ab April auch für den Brera anbieten, womit auch sparfreudige Fahrer-Naturen die passende Offerte bekommen.

Insgesamt gesehen überrascht das 2002 von Giugiaro (Italdesign) als Studie gezeichnete 4,4 Meter lange Coupé mit einem Mix aus außergewöhnlichen Handling- und souveränen Komfort-Eigenschaften. Das Interieur bietet in Serie Annehmlichkeiten wie Zweizonen-Klimaautomatik, Audio-/CD-Anlage, Multifunktions-Display mit Trip-Computer und eine im Verhältnis 60/40 geteilt umklappbare Rücksitzbank. Dadurch kann das Kofferraum-Volumen von 300 auf rund 610 Liter vergrößert werden – für einen Sportwagen aller Ehre wert. Details, wie Nebelscheinwerfer, Parksensoren hinten, und 16 Zoll- Aluräder (17 Zoll beim 3,2 JTS) komplettieren die italienische Art zu reisen, zudem gibt es attraktive Optionen, wie Ledersitze, Bi-Xenon-Scheinwerfer, Navigationssystem oder 18-Zoll-Räder.

So sehr auch das sportliche Herz schlägt, bei den Markterwartungen bleiben die Mailänder bodenständig. Für das laufende Modelljahr wird der Absatz von 20.000 Brera erwartet. Aus der Verkaufsabteilung der Lübecker Alfa-Niederlassung beim Autohauses Hansa erfuhren wir, dass der Anteil des Benziners 2,2 JTS 16V auf 50 Prozent taxiert wird, der zugkräftige Diesel 2,4 JTDM soll 30 Prozent vom Kuchen ausmachen. Die verbleibenden 20 Prozent dürften dann auf das besonders sportliche Klientel entfallen, die den 191 kW/260 PS starken 3,2 Liter JTS mit Allradantrieb bevorzugen.

Wie immer man sich auch motorisiert, drei Sahnestücke sind garantiert. bbs

Serienmäßig steht der Italiener auf 17-Zoll-Alurädern mit 225/50-Bereifung.

Das Cockpit vereint alle Designelemente des italienischen Automobilbaus, wie Chrom, Leder oder Aluminium. Knie-Fahrerairbag, digitales Multifunktionsdisplay und eine Dual-Zonen-Klimaautomatik mit Pollenfilter gehören zum Serienumfang.

Technische Daten:

2,2 JTS-Motor: Vierzylinder-Otto-Benzinmotor, 16 Ventile, elektronische Direkteinspritzung, 2198 ccm Hubraum, 136 kW/185 PS Leistung bei 6500 U/min, max. Drehmoment 230 Nm bei 4500 U/min, Vmax. 222 km/h, 0-100 km/h in 8,6 Sek., Stadt/Land/Mix 13,0/7,3/9,4 Liter Superbenzin/100 km, Euro4;

3,2 JTS-Motor: Sechszylinder-Otto- Benzinmotor, 24 Ventile, elektronische Direkteinspritzung, 3195 ccm Hubraum, 191 kW/260 PS Leistung bei 6300 U/min, max. Drehmoment 322 Nm bei 4500 U/min, Vmax. 240 km/h, 0-100 km/h in 6,8 Sek., Stadt/Land/Mix 16,9/8,4/11,5 Liter Superbenzin/100 km, Euro4;

Antrieb: Frontantrieb (Allrad beim 3,2 JTS), Sechsgang-Schaltgetriebe;


Maße und Gewicht: Länge/Breite/Höhe 4,41/1,83/1,34 m, Gewicht 1545-1705 kg, zul. Gesamtgewicht 1890-2050 kg, Zuladung 345 kg, Kofferraum 300-610 Liter, Tank 70 Liter, Wendekreis 10,7 m;

Versicherung: Typklassen KH 19/VK 21/TK 25;

Preise: Alfa Brera 2,2 JTS 32.200 Euro, Alfa Brera 3,2 JTS V6 39.800 Euro, Alfa Brera 2,4 JTDM 147 kW/200 PS (nicht angegeben, kommt ab April 2006).

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zuletzt aktualisiert am 22.01.2022 

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